Ratgeber· 9 Min. Lesezeit

Mietpreise richtig kalkulieren: Kosten, Auslastung und Gewinn im Griff

Gute Mietpreise entstehen nicht aus dem Bauchgefühl. Sie entstehen aus einem klaren Rechenweg, der laufende Kosten, Auslastung, Risiko und Zielgewinn zusammenführt. Genau diesen Rechenweg finden Sie in diesem Ratgeber.

Kurzüberblick

  1. Fixkosten vollständig erfassen
  2. Variable Kosten pro Vermietungseinheit berechnen
  3. Auslastung realistisch statt optimistisch ansetzen
  4. Leerstand und Instandhaltung als Pflichtpuffer einplanen
  5. Zielmarge definieren und Preise regelmäßig nachziehen

1. Der einfache Rechenkern

Für eine belastbare Preisbasis können Sie mit folgender Kernformel arbeiten:

Mietpreis-Basis = (Jährliche Gesamtkosten / fakturierbare Einheiten) + Zielmarge

Fakturierbare Einheiten sind je nach Modell Miettage, Mietwochen oder Mietmonate. Entscheidend ist, dass Sie die Einheit verwenden, in der Sie später auch anbieten.

2. Kostenblöcke, die in die Kalkulation gehören

Fixkosten pro Jahr

  • Miete oder Finanzierung
  • Versicherungen und Grundabgaben
  • Software, Buchhaltung, Verwaltung
  • Abschreibung und Grundausstattung

Variable Kosten je Vermietung

  • Reinigung, Aufbereitung, Übergabe
  • Verbrauchskosten (Strom, Wasser, Material)
  • Plattform- und Zahlungsgebühren
  • Transport- und Serviceeinsätze

3. Auslastung realistisch kalkulieren

Die häufigste Fehlannahme ist eine zu hohe Auslastung. Rechnen Sie nicht mit Best-Case, sondern mit einem konservativen Mittelwert aus Ihren echten Daten.

Beispiel: Bei 70 Prozent erwarteter Auslastung dürfen Sie nur 70 Prozent der verfügbaren Miettage als fakturierbar ansetzen.

4. Beispielrechnung in Kurzform

Fixkosten/Jahr18.000 EUR
Variable Kosten/Jahr6.000 EUR
Instandhaltung + Leerstandspuffer4.000 EUR
Gesamtkosten/Jahr28.000 EUR
Fakturierbare Miettage240
Kostenbasis pro Tag116,67 EUR
+ Zielmarge (15%)17,50 EUR
Empfohlener Preis/Tag134,17 EUR

5. Typische Fehler bei der Preisfindung

  • Nur Wettbewerber kopieren, ohne eigene Kostenstruktur zu kennen.
  • Leerstand und Ausfallrisiko nicht einpreisen.
  • Saisonpreise ohne klare Untergrenze ansetzen.
  • Preise jahrelang nicht aktualisieren trotz Kostensteigerung.

6. Umsetzung im Alltag

Führen Sie Ihre Kalkulation als lebendes Dokument: einmal pro Quartal prüfen, reale Auslastung dagegenhalten und Preise bei Bedarf nachjustieren. So vermeiden Sie schleichende Margenverluste.

Praxistipp: Trennen Sie Grundpreis, optionale Zusatzleistungen und saisonale Zuschläge sauber. Das macht Preise transparenter und reduziert Diskussionen im Angebotsprozess.

FAQ

Wie oft sollte ich Mietpreise neu kalkulieren?

Mindestens quartalsweise oder sofort bei deutlichen Kostenänderungen, z. B. Energie, Zinsen oder Versicherungen.

Ist ein niedriger Einstiegspreis sinnvoll?

Nur zeitlich begrenzt und bewusst. Ohne klaren Plan zur Preisanpassung kann ein zu niedriger Preis Ihre Marge dauerhaft beschädigen.

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