Mietpreise richtig kalkulieren: Kosten, Auslastung und Gewinn im Griff
Gute Mietpreise entstehen nicht aus dem Bauchgefühl. Sie entstehen aus einem klaren Rechenweg, der laufende Kosten, Auslastung, Risiko und Zielgewinn zusammenführt. Genau diesen Rechenweg finden Sie in diesem Ratgeber.
Kurzüberblick
- Fixkosten vollständig erfassen
- Variable Kosten pro Vermietungseinheit berechnen
- Auslastung realistisch statt optimistisch ansetzen
- Leerstand und Instandhaltung als Pflichtpuffer einplanen
- Zielmarge definieren und Preise regelmäßig nachziehen
1. Der einfache Rechenkern
Für eine belastbare Preisbasis können Sie mit folgender Kernformel arbeiten:
Fakturierbare Einheiten sind je nach Modell Miettage, Mietwochen oder Mietmonate. Entscheidend ist, dass Sie die Einheit verwenden, in der Sie später auch anbieten.
2. Kostenblöcke, die in die Kalkulation gehören
Fixkosten pro Jahr
- Miete oder Finanzierung
- Versicherungen und Grundabgaben
- Software, Buchhaltung, Verwaltung
- Abschreibung und Grundausstattung
Variable Kosten je Vermietung
- Reinigung, Aufbereitung, Übergabe
- Verbrauchskosten (Strom, Wasser, Material)
- Plattform- und Zahlungsgebühren
- Transport- und Serviceeinsätze
3. Auslastung realistisch kalkulieren
Die häufigste Fehlannahme ist eine zu hohe Auslastung. Rechnen Sie nicht mit Best-Case, sondern mit einem konservativen Mittelwert aus Ihren echten Daten.
4. Beispielrechnung in Kurzform
| Fixkosten/Jahr | 18.000 EUR |
| Variable Kosten/Jahr | 6.000 EUR |
| Instandhaltung + Leerstandspuffer | 4.000 EUR |
| Gesamtkosten/Jahr | 28.000 EUR |
| Fakturierbare Miettage | 240 |
| Kostenbasis pro Tag | 116,67 EUR |
| + Zielmarge (15%) | 17,50 EUR |
| Empfohlener Preis/Tag | 134,17 EUR |
5. Typische Fehler bei der Preisfindung
- Nur Wettbewerber kopieren, ohne eigene Kostenstruktur zu kennen.
- Leerstand und Ausfallrisiko nicht einpreisen.
- Saisonpreise ohne klare Untergrenze ansetzen.
- Preise jahrelang nicht aktualisieren trotz Kostensteigerung.
6. Umsetzung im Alltag
Führen Sie Ihre Kalkulation als lebendes Dokument: einmal pro Quartal prüfen, reale Auslastung dagegenhalten und Preise bei Bedarf nachjustieren. So vermeiden Sie schleichende Margenverluste.
FAQ
Wie oft sollte ich Mietpreise neu kalkulieren?
Mindestens quartalsweise oder sofort bei deutlichen Kostenänderungen, z. B. Energie, Zinsen oder Versicherungen.
Ist ein niedriger Einstiegspreis sinnvoll?
Nur zeitlich begrenzt und bewusst. Ohne klaren Plan zur Preisanpassung kann ein zu niedriger Preis Ihre Marge dauerhaft beschädigen.
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